Griechenland & Albanien 2018

 

Wir stehen kurz vor der Abreise und haben eigentlich keine Ahnung wo wir landen.

Mit einigen Tipps in der Tasche und voll Vorfreude auf schöne Strände, köstliche Spezialitäten und entspannte Tage tauschen wir die deutsche gegen die südländische Hitze und entfliehen dem Alltag. Das Einzige was wir wissen ist, dass es am Donnerstag Nachmittag, 9.8. losgehen muss damit wir am 11. um 16.00 Uhr die Fähre nach Patras erwischen.

Griechenland-News & Reiseplanung – keinen schönen Nachrichten:
Die Waldbrände in Griechenland 2018 betrafen vom 23. Juli 2018 an drei Gebiete am Griechischen Festland etwa 25 Kilometer östlich und 30 Kilometer westlich von Athen. Bis zum 30. Juli 2018 wurden 92 Menschen tot aufgefunden und 187 wurden verletzt. Weitere 24 Menschen werden noch vermisst. Insgesamt wurden Buschwerk, Waldgebiete und Wohnsiedlungen von etwa 32 Quadratkilometern zerstört. Man geht von Brandstiftung aus. (Quelle: wikipedia)

Eine Katastrophe wie diese lässt einen erst einmal nicht an Urlaub denken. Die armen Menschen waren in die Enge getrieben, viele haben sich ins Meer gerettet, auf der Flucht vor den Flammen waren die Straßen völlig überfüllt. Familien sind im PKW oder im eigenen Haus verbrannt. Wir bleiben auf dem Laufenden und werden unsere Reiseroute entsprechend flexibel planen, hoffen auf keine weiteren Katastrophen und auf einen entspannten Urlaub ohne weitere, schlechte Nachrichten.

Start
9.8.2018 um 16.30 Uhr Abfahrt in München, vollgepackt geht es über die A8 in Richtung Ancona. Wir schaffen es bis nach Bozen, dann sind wir platt und parken für die Nacht an einem Tankstellen-Rastplatz. Zur rechten Zeit, wenige Minuten später fängt es an orkanartig zu stürmen. Die Nacht wird ruhelos und heiß. Es geht weiter bis Ancona, bei 40°C zieht sich die Etappe wie Kaugummi in die Länge. Nach Rimini ist klar, es ist nicht mehr weit. In der Shopping-Mall werden die Lebensmittelreserven aufgestockt, Wasser, Gin&Tonic, Lemonsoda, Parmaschinken und andere Leckereien. Am Hafen von Ancona gibt es genügend Stellplätze, direkt gegenüber vom 5-eckigen historischen Lazarett. Für eine Nacht genau das Richtige. Am nächsten Tag gibt es noch einen Stadtbummel und gutes italienisches Essen.

 

Ancona – Patras
11.8. um 14.00 Uhr – auf geht’s zum Fährhafen, vorher haben wir eingecheckt und folgen einfach allen Anderen. Die Aufregung und Ungewissheit was wie funktioniert wird sofort genommen. Zahlreiche Einweiser zeigen einem den Weg und die richtige Spur bevor es auf die Fähre geht. Um 16.30 sollte das Boarding sein, zwei Stunden später geht es erst an Board. Bis alles verladen ist kommen wir um 19.00 Uhr in Fahrt – aber wie sind ja im Urlaub, von Zeitdruck keine Spur. Wir lesen, relaxen und genießen das Nichtstun. Mike ist mit LKW-talk beschäftigt und hat schon eine neue Frontscheibe von einem LKW-Rentner und EX Stock-Car-Europameister angeboten bekommen.

Es geht an Deck und wir haben wieder einmal Glück, die Aussicht ist super, wir stehen am Rand und genießen unverstellten Meerblick.  Unsere Maggy ist das einzige Offroad-Mobil an Board und wird neugierig beäugt. Die Meisten Reisenden schlafen auf den Decks und richten ihre Schlaflager in Nischen, auf den Gängen und Stühlen her, es sieht wild aus und wir sind froh dass wir unsere eigene kleine fahrende Kabine dabei haben.

Fazit: Die Fährfahrt für uns vier mit 8 m langer Maggy hat 620 Euro gekostet. Es wirkt chaotisch ist aber am Ende wohl organisiert und logistisch ausgeklügelt. Die Einweiser und das Personal sind sehr nett und geduldig. Trotz Verspätung sind wir flott nach Griechenland gedüst und entspannt hier angekommen. Selbst das Essen im Restaurant war, trotz leicht erhöhter Preise, gut. Kochen an Board ist während der Fahrt nicht erlaubt.

Strand
14.8. Einfach nur Relaxen und nichts tun – in einen Urlaubsalltag am perfekten Strand eintauchen – davon träumen wir seit ein paar Wochen. Im Dunklen wollten wir nach drei Stunden Fahrt ab Patras über den faszinierenden Kanal von Korinth, keine unbekannte Piste mehr bestreiten und haben am Waldrand übernachtet. Der zweite Tag am Traumstrand verläuft auch ohne besondere Vorkommnisse, ein paar Feuerquallen, Angelversuche vom SUP aus und nette Nachbarn. Danke für den Tipp Patrick und ja, wir sagen es nicht weiter! Wir werden hier geduldet aber man spürt dass es auch unter den Griechen ein Geheimtipp ist. Unser Wunsch hat sich erfüllt. Einfach aufs Meer schauen, schnorcheln in glasklarem Wasser, nichts tun, von den Felsen springen, SUP paddeln, genießen und erholen. Wir bleiben so lange bis das Wasser, Wein und Lemonsoda ausgehen und die Speisekammer leer ist.

Kultur
16.8. Auf zum Orakel von Delphi oder Pistentour ins Parnass-Gebirge.
Es ist ja immer gar nicht so weit und doch kommt man nicht so richtig voran. Schon letztes Jahr in Frankreich und Spanien waren wir immer zum nächsten Ziel um die 5 Stunden unterwegs. Wenn wir nur 30 km zu bewältigen hatten lag ein ausgiebiger Shopping-Stopp dazwischen oder wie dieses Mal haben wir einfach nicht damit gerechnet dass die schöne Küstenstraße doch etwas unwegsam ist – aber schön ist es immer, nur eben etwas heiß und man freut sich dann doch nach 1,5 h ruckeln wieder auf eine geteerte Straße. Dieser Küstenabschnitt ist von verlassenen Hotels mit 80er Charm und eine Menge Badegästen auf einem schmalen Kiesstrand bestückt. Wir sind froh dass wir den Paradies-Tipp hatten. Es geht auf ca. 900 m Höhe ins Parnass-Gebirge, das griechische Skigebiet mit kühlem Wind und dem netten Ort Arachova der uns mit einem kühlenden Regenguss empfängt. In Delphi geht es zum Campingplatz Apollon, wir müssen Wasser auffüllen, mal wieder richtig duschen und freuen uns auf ein lecker Souflaki und Gyros im Restaurant. Hier ist nicht viel los, kein Problem mitten in der Saison einen Stellplatz zu bekommen. Apollon Camping

Delphi
Eines der griechischen Sehenswürdigkeiten und wirklich, trotz Hitze und vieler Menschen, absolut sehenswert. Man beginnt mit dem oberen Teil, der an den Schatzhäusern vorbeiführt, in denen die Gaben gesammelt wurden, die für die Weissagungen des Orakels hier eingebunkert wurden. Das Orakel antwortete zuerst nur einmal im Jahr auf Fragen, später, als der Andrang zu groß wurde täglich und von 3 auserwählten Orakel-Damen. Stufe für Stufe steigt man durch das weitläufige Gelände, am Mittelpunkt der antiken Welt vorbei – durch einen Stein gekennzeichnet, den Zeuss vom Himmel fallen ließ. Vorbei am Apollontempel zum Amphietheater, am Ende kommt man zum 7.000 Menschen fassende Stadion, in der alle 4 Jahre die Pythischen Spiele abgehalten wurden. Danach geht es zur unteren Stadt, dem Tempel der Aphrodite und dem Gymnasium in dem die Sportler trainiert haben. Am Ende rundet das moderne Museum mit seinen Schätzen, den Statuen und Modellen den Besuch ab.

Lefkada, besser gesagt gegenüber bei Jorgos
Ein super Platz mit Bar. Wir stehen in erster Reihe und sind die einzigen Übernachtungsgäste ausser einem Segelboot mit Skipper und Gästen. Hier gehen die Einheimischen Urlaub machen und baden. Man relaxt und badet mit der Familie, angelt am Steg und gönnt sich ab und zu einen Drink an der Bar. Von Jorgos werden wir am Abend mit gegrillten Doraden und Steak verwöhnt. Oben drauf gab es einen astrologischen Ausflug mit Teleskop zu Jupiter, Saturn, Mars und auf den Mond – nicht nur die Kinder sind fasziniert!


In der Früh werden wir von grunzenden Schweinen geweckt, eine bunte Mischung aus kleinen Haus- und Wildschweinen. Sie fressen meine Kräuter und unsere Köder zum Fischen komplett auf und beschnüffeln alles rund um Maggy. Es lohnt sich auf alle Fälle die Strände gegenüber von Lefkada in Augenschein zu nehmen, für eine Nacht findet sich hier auf alle Fälle ein schönes Plätzchen. Nach 3 Nächten geht es weiter auf die andere Seite.

Lefkada – Tauchen
Auf der touristisch sehr gut besuchten Insel landen wir vor dem Tauchgang in einem angesagten Beach-Bar-Restaurant mit Club Sandwich und mittelmäßigen Gambas. Wir sind etwas überfordert von den Menschenmassen und dem vollen Strand. Das kommt davon wenn man von einsamen Stränden verwöhnt ist und sich in die Touri-Zentren stürzt. Der Tauchgang bei Chirstos ist klasse. Nach unserem Pady Open-Water-Diver wollen wir innerhalb von 6 Monaten dran bleiben und unsere Kenntnisse auffrischen. Viel erwarten wir nicht weil uns in Thailand einfach wahnsinnig viel unter Wasser geboten wurde. Trotzdem ist es spannend, wir fühlen uns bei Christos sehr gut aufgehoben und schleppen das Material zum Meer. Das erste Mal gehen wir von einem Schlauchboot  aus ins Wasser. Danach noch einmal der letzte Check und los geht’s. 13 Meter tief eine nette Runde über Seegras, felsiges Gelände und ein paar kleine Fischschwärme. Wir dürfen einen Tintenfisch streicheln und aus nächster Nähe erforschen. Tolle große Muscheln und ein paar Seeanimonen beobachten. Der zweite Tauchgang ist spannender, es geht an einer Felswand entlang, die in die unendliche Tiefe abzufallen scheint. Dunkles Blau, eine tolle Atmosphäre, vor allem als nach der Wand die Sonnenstrahlen das Wasser wieder aufhellen und eine ganz eigene, wirklich wunderschöne Stimmung schaffen. Wir sind stolz dass wir wieder im Wasser waren, müde von den beiden Tauchgängen und hungrig. Im Restaurant „Breath of Zorba“ genießen wir ein tolles Abendessen. Die Nacht direkt an der Straße ist schlaflos. Weitere Strände auf Lefkas aufzusuchen scheint uns sinnlos, hier brummt der Bär. Später bekommen wir bestätigt, dass die schönsten Strände überfüllt sind. In der Nebensaison lohnt es sich aber bestimmt die Insel zu umrunden.

Mittelgriechenland
Es geht weiter in Richtung Strände, wir sind müde und die allgemeine Stimmung ist nicht gerade frisch und freudig, die letzte Nacht hängt uns noch in den Knochen. Aber es ist nur eine Stunde Fahrt bis zum nächsten Ziel. Glauben wir zumindest. In Richtung Flughafen, dann die Küsten entlang in Richtung Iguminitsa. Hier machen die Leute ihren Badeurlaub. Ich vermute, es kommen viele mit der Fähre nach Iguminitsa und suchen sich hier einen schönen Platz in einem der zahlreichen Strandbars. Es sieht aus wie an der italienischen Riviera. Es ist nicht immer unbedingt von Vorteil wenn man mit den schönsten Stränden anfängt. Der Golf von Korinth ist wirklich sagenhaft schön im Vergleich. Zur Hauptsaison ist es hier einfach sehr überfüllt. Der erste Strand ist nett aber bestimmt auch unserer Stimmung geschuldet fühlen wir uns hier nicht wohl. Das zweite Ziel ist eine schöne, halbrunde Bucht aber überfüllt mit Weißwahre und wir müssten in dritter Reihe stehen, es stinkt nach Müll. Wir gönnen uns eine Abkühlung im Meer und eine kalte Dusche und verziehen uns zur nächsten Station.

Ioánnina
Wir bewegen uns über die Berge ins nördliche Griechenland. Die Hauptstadt von Epirus –  Ioánnina liegt am Ufer des Sees Pamvotis auf 500 m Höhe. Eingerahmt von hohen Bergen hat sie ihren ganz eigenen Charme. Gegründet vom byzantinischen Kaiser Justinian und beherrscht von Ali Pascha ist es eine kulturelle Mischung aus oriantalischen Basargassen und schön restaurierten Bauwerken. Ein Besuch der Altstadt lohnt sich auf alle Fälle. Auf dem einzigen Campingplatz „Limnopoula“ kann man bequem für 1-2 Nächte stehen und die umliegenden Sehenswürdigkeiten besichtigen. Hier trainieren eifrig junge Ruderer, allerdings kann man im See nicht schwimmen, er ist braun, riecht etwas streng und wenn der Wind kommt bildet sich Schaum. Einer der Gründe warum wir nicht länger als eine Nacht geblieben sind.

Ein Fußmarsch in die Altstadt dauert ca. 20 Minuten. Bank und Supermarkt liegen auf dem Weg. In der Stadt gibt es gute Restaurants, tolle Bars und am Abend steppt der Bär. Wer also mal wieder Lust auf Kultur und Nachtleben hat ist hier bestens aufgehoben.Das nahegelegene Dodoni bietet ein großes Amphietheater, auch hier gab es ein Orakel, das Zeuss Ratschläge an die Sterblichen weitergegeben hat. Wir verzichten jedoch auf den Besuch weil wir die Eindrücke von Delfi noch verinnerlicht haben. Dodóna ist nach Delfi Griechenlands zweitgrößte Orakelstätte der Antike. Seine Priesterinnen entnahmen den Orakelspruch dem Rauschen einer heiligen Eiche, zogen später aber auch Losorakel und den Flug heiliger Tauben zu Rate. Antikes Coaching – auch damals gab es wohl viele Menschen, die sich nicht selbst zu helfen wussten.

Perama Cave
Die nahegelegene Höhle „Perama Cave“ liegt ca. 1,8 km vom Campingplatz entfernt in einem kleinen Dorf. Wir hätten mit Maggy besser davor parken sollen. Bis jetzt waren wir in keiner touristisch erschlossenen Höhle, die keinen direkt ausgewiesenen Parkplatz für größere Fahrzeuge hat. Wir tasten uns durch die engen Dorfgassen und parken auf der anderen Dorfseite. Der Eingang der Höhle ist mitten im Dorf. Kennt man eine, kennt man alle – ganz so ist es doch nicht – die Tropfsteinhöhle durchquert man 1 km rauf und runter durch verschiedenen Räume. Hier findet man zahlreiche Formen von Stalakniten und Stalaktiten, die Führung dauert ca. 1 h. Leider fühlt man sich in dem kleinen Dorf sofort in der Touri-Falle und das ohne Charme, wir erfrischen uns kurz mit ein paar Drinks und suchen das Weite.

Der Weg ist das Ziel – oder: wie findet man einen guten Platz
Immer wieder die Herausforderung einen „perfekten Platz“ zu finden. Der Super Platz richtet sich nach dem allgemeinen Befinden, dem Ort und der Stimmung. Kultur, Strand oder ein See oder Bergpanorama. Man sucht auf Google Maps nach nicht besiedelten Gebieten, Seen oder Passstraßen, die zum perfekten Strand führen. Am Ende weiss man aber nicht ob der Fluß an dessen Bett man gerne über Nacht stehen würde evtl. ausgetrocknet, reißend oder stinkend ist. Man fährt drauf los und hofft dass die Vorstellungen, die sich im Kopf abspielen (klares Wasser, ruhige Nächte, Einsamkeit, nette Bar, frisch gegrillter Fisch oder traumhaft schöne Landschaft) erfüllen. Das Beste was einem passieren kann sind die guten Tipps, bisher sind wir damit an gute Adressen gekommen, diesmal sind wir auf unser Gefühl gestellt. Wir werden nicht enttäuscht.

Lake Aoou
Weiter in die Berge, wir hoffen auf einen entspannten Stellplatz am Lake Aoou. Auf der Karte eine zerklüftete Seenlandschaft inmitten der Berge. Wir versprechen uns  Abkühlung weit ab vom Tourismus. Wir hätten nicht gedacht dass es auf 1.400 m geht. Auf dem Hochplateau werden in großem Stil Kartoffeln und Gemüse angebaut. Hier gibt es nur ein paar Bauern, Schafe und Rinder. Um den See führt die perfekte Straße für Radler und Biker, erstaunlich dass hier nichts los ist. Der Stellplatz ist auf „Camp4night“ markiert. Wir sind von der wunderschönen Landschaft überwältigt, fahren mit dem Bike am See entlang, Mike lässt die Drone fliegen, die Mädels spielen und wir alle entspannen für 2 Nächte. See, Wälder und Einsamkeit erinnern an Kanada, hier soll es sogar Bären geben aber von wildem Getier keine Spur. Nicht mal Angler, keiner schwimmt im glasklaren aber kalten Stausee – ausser Fioan und Sophia + ihr neuer Dackel-Freund Wilhelm, keine Boote, einfach pur Natur.

Meteora
Die Metéora-Klöster sind laut Reiseführer ein Höhepunkt jeder Griechenlandreise. „Eine weltweit einzigartige Landschaft verbindet sich hier mit mittelalterlichen Klöstern voller großartiger Kunstschätze“*. * Marco Polo Griechenland – Festland

Die gesamte Anlage besteht aus 24 Klöstern und Eremitagen von denen heute nur noch 6 bewohnt sind. Die übrigen Klöster sind entweder zu schwer zu erreichen oder wegen Einsturzgefahr geschlossen. Ob zu Fuß (Wanderung 18 km), mit dem Linienbus ab Kalambáka zu allen Klöstern oder mit dem Zug, man hat reichlich Möglichkeiten die Klöster und Landschaft zu erkunden. Wir nisten uns am Campingplatz Cave in Kalambaka ein, laut „park4night“ am nächsten zu den Klöstern gelegen, mit Pool, WiFi, Klettermöglichkeit etc. Jede Menge Tiere, 1 Ara, Graupapagei, 2 Hunde, eine Katze, jede Menge Vögel, eine Schlange und in den zu vermietenden Zimmern wohl auch einige kleine Tierchen. Man sollte hier auf den Campingplatz, Wild Campen ist nicht erlaubt!

Kloster-Ausflug
Es gibt ein paar hübsche Restaurants, Kunstläden und einen Dorfplatz hier im Ort. Wir starten am Sonntag mit dem nahe gelegensten Kloster Nikolau Anapavsa, es ist klein aber sehenswert. Stufe für Stufe geht es hoch auf  den schönen Aussichtspunkt. Im Kloster muss ich mich mit einem langen Rock bekleiden um dann die Kapelle, die Bibliothek und die Wohnräume des Mönchs zu bestaunen. Wir sind beeindruckt wie schön und auch wohnlich es hier ist. Tolle Terrassen und ein sagenhafter Ausblick ins Tal. Wir schaffen heute nur das eine Kloster, rings herum ist viel los, die Leute werden mit Bussen durch die Rundtour zu den unterschiedlichen Klöstern gekarrt. Wir genießen am Nachmittag den kühlen Pool und am Abend ein leckeres Essen im Dorf. Mike bleibt seinen täglichen Souvlakis treu (Fiona sagt dazu: Slowakis J).

Klettersteig
Über www.trekking.gr sind wir auf die Meteora Scramble-Tour gekommen. Unser Ferrata Set hatten wir dabei und unser Guide George wartet um 8.30 Uhr am Campingplatz-Eingang. Durchs Dorf geht es zum Einstieg und einige Stufen nach oben. Zusammen mit Georges Kumpel sind wir ein super Team und steigen höher und höher. Die Jungs schleppen je 3 Seile, die in den Ösen mit Karabinern gesichert werden mit. Es gibt keinen Eisenweg da es ein heiliger Berg ist. Auf dem Weg nach oben sehen wir zahlreiche Einstiegsstellen zum Klettern – ein Paradies für Climber mit einer Schwierigkeitsstufe bis 11 A2. Nicht nur James Bond hing hier in den Seilen.

Etappenweise bekommen wir über die Geographie und Geschichte berichtet. Früher nutzten die Einwohner den Weg um sich bei Kriegen vor Eindringlingen in Sicherheit zu bringen. Einige Stufen und in die Felsen geschlagene Wassertanks weisen heute noch darauf hin. Sie waren dort versorgt, Ziegen und Schafe weideten auf den Plateaus, in den Höhlen waren sie von Wind und Wetter geschützt. Die Felsen waren ein riesen Plateau, das durch den See und das Flussdelta vor ca. 16 Mio. Jahren entstanden ist. Durch Erdbeben und Umwelteinflüsse floss das Wasser ab, die Umwelteinflüsse formten die einzigartigen Steinformationen. Immer wieder bleiben wir stehen und werden mit wahnsinnig schönen Aussichten über das Tal und die beeindruckende Felskulisse belohnt – absolut toll und weit ab von den Massen, einfach Himmlisch.
Kontakt zu George +30 698 3611517
(45 Euro pro Person – Tour dauert ca. 3h – ist easy & super schön)

Pilion – kleine Buchten, wilde Wellen
Über Larissa geht es auf die Halbinsel Pilion. Seite 100 im Reiseführer lässt uns auf schöne Strände hoffen. „In der Antike galt das 1551 m hohe Pilion-Gebirge als Heimat der Kentauren. Heute wird die Halbinsel als eine der schönsten Griechenlands geschätzt. Man fährt duch Laubwälder auf serpentinenreichen Staßen und ausgedehnten Obstplantagen vorbei.“ Wir entscheiden uns für die Strände auf der Ägäis-Seite. Erste Landung Potisika-Beach, ein kleines Dorf mit Restaurant und Stellplatz unter Pinien, sehr nett, uns aber etwas zu Bevölkert. Next Stopp: Melani-Beach, Hippi-Strand mit vielen Zelten und perfekt zum Campen, leider viel Wind und etwas vermüllt. Wir bleiben eine Nacht, baden und machen eine Wellness-Schlammkur, dank eines Tipps von einem netten Pärchen aus Mannheim mit denen wir den Platz teilen. Am nächsten Tag wollen wir weg von der stürmischen Ägäis-Seite, verirren uns aber noch einmal an einen anderen Strand in Richtung Stiefel-Ferse zum Restaurant „The Aegean Balcony“.  – ebenfalls gut geeignet um 1-2 Nächte zu stehen. Auf der gegenüberliegenden Pilion-Seite ist es für unsere große Maggy ein bisschen zu eng. Hier liegen hübsche Fischerstädte direkt ans Meer gebaut. Ein schmaler Strand, die Fischer trocknen ihren Octopus auf Holzstangen, das Meer ist glasklar und geschützt vom Wind durch die große Bucht.

Am Fuß des Olymp – Stomio
Ein langer, sichelförmiger Sandstrand oberhalb der Stadt Stomio und weites Land, durchzogen von den Ausläufern des Flusses Pineios Patamos (Pinios), der zahlreichen Vogelarten und Insekten ein Zuhause bietet. Möwen, Plikane, Wasserläufer, Kormorane und Schildkröten. Der eine Teil ist mit Ferienhäusern dünn besiedelt, hier findet man ein paar Duschen. Der Landschaftlich schönere Teil liegt allerdings direkter an den Flussläufen. Hier sind ein paar wild zusammengebaute Hütten, Unterstände und wilde Wohnmobil-Konstruktionen zu finden. Wir sind allein am Strand, das Meer ist klar, die Mücken gar nicht so zahlreich wie erwartet – es ist einfach schön hier. (39.9258567,22.7127589) Ende August und in der Nebensaison ein super Platz.

Olymp – Passstraße
Wir folgen der Straße in Richtung Thessaloniki, tanken unsere Reserven auf und essen am sehr touristischen Küstenabschnitt das letzte Mal am Meer. Bei Leptokarya geht die serpentinenreiche Passstraße zum Mount Olympus National Park. Auf alle Fälle ein Fahrt wert wenn man in Richtung Kozani unterwegs ist.

Wir übernachten am langgezogenen Techniti Limni Polifitou-See, gleich nach der Brücke auf der rechten Seite und lassen die Bergfahrt bei einem Potje-Essen und unter klarem Sternen-Himmel Revue passieren. (40.2449627,21.9733687). Die letzte Nacht in Griechenland.

Albanien – Ohrid See
Zwischenstopp in Kastraki, der Stadt für Pelze und Lederherstellung. Viele Bars, Cafés und Restraurants säumen die Uferpromenade des gleichnamigen, grünbraunen Sees. Reiher, Pelikane, Kormorane und eine Schar von weißen und wilden Gänsen gehören hier zum Alltag. Nach dem Mittagessen und einem kalten Drink geht es weiter an die Grenze nach Albanien.


Die Abfertigung dauert wie erwartet fast eine Stunde, wir kommen schnell durch aber alle Albaner werden genauestens durchleuchtet. Die Fahrt geht durch kleine Dörfer, Fuhrwerke mit vorgespannten Eseln oder Pferden ziehen die Erträge des Tages, Mist oder fahren einfach mit der ganzen Familie nach Hause. Der typische Albanien-Geruch nach Verbranntem steigt uns in die Nasen. Immer mehr neue, moderne Häuser säumen die Straße, dazwischen aus Stein gemauerte, sehr einfache Gebäude. Die Straßen sind immer besser ausgebaut. Im Vergleich zu Griechenland scheint uns hier alles nicht so runtergekommen sondern eher bemüht etwas neu und schön aufzubauen.

Wir nähen uns der Prespa-Ohrid-Region im Dreiländereck von Albanien, Mazedonien und Griechenland. Der zusammenhängende Natur- und Kulturraum in dem die Seen zwischen den Bergen eingebettet sind ist wirklich wunderschön. Am Straßenrand stehen Fischverkäufer, die den Koran (einzigartige Ohrid-Forelle) und Aale anbieten. Der große und kleine Prespa-See sowie der Ohrid-See sind unterirdisch verbunden und haben daher immer das gleiche Nivau. Über Pogradec kommen wir zum gepflegten und schön gelegenen „Camping Beach Erlin“. Restaurant, Beach Bar und ein paar deutsche Camper. Wir genießen das glasklare Wasser, die gegrillten Forellen und den Drink an der Strandliege. Wassertank auffüllen, duschen und einfach relaxen tut uns gut. Wir sind etwas wehmütig – der Urlaub neigt sich langsam dem Ende, es sind nicht mehr viele Ziele, der Alltag rückt näher. Wir paddeln mit dem SUP-Board auf dem spiegelglatten See und fühlen uns auch in Albanien wieder Pudelwohl. www.pogradec.info/campingerlin

Hervorragend speist man direkt beim Nachbarn, hier gibt es auch einfache Stellplätze direkt am See. Das Essen ist hervorragend, auf alle Fälle einen Besuch wert um eine reiche Auswahl an regionalen Speisen auszuprobieren. Als Vorspeise den typischen „Salate Mikse“ Gurken/Tomaten/Zwiebel/Schafskäsesalat, dann „Selce kosi“ Frischkäse mit Wahlnuss, „Patate te skuquara“ Pommes, „Speca te mbushura“ gefüllte Paprika, „Patellxhan te mbushura“  Auberginen, als Hauptgericht „Beluschke“ Fisch in Tomaten, Zwiebel, Paprika Gemüseaulaufform – unglaublich gut!!! Dann noch „lakror ne sac“ eine Art Pizza/Kuchen mit Frischkäsefüllung, als Nachtisch Wassermelone. Dazu Wasser, Weisswein und Lemonsoda. Erstklassig! Bar Restaurant KORCA, Wirt Goni und seine Familie sind sehr herzlich und verwöhnen einen auf der Terrasse am See.

Durres – Kapi i Rodonit
Wir reisen weiter in Richtung Meer – der Weg führt an Tirana vorbei in Richtung Durres. Richtung Kapi kommt man an einem langen Sandstrand und Pinienwäldern vorbei, hier sind jede Menge Beach Bars und Bademöglichkeiten direkt am Strand. Wir wollen es aber wieder individueller und tun uns ein zweites Mal die enge aber gut zu fahrende Straße an die Spitze der Halbinsel an. Am Ende erwartet uns ein gut besuchter Platz mit einer hübschen Kirche 580 n. Chr. und jede Menge Brautpaare mit dazugehörigem Fotografen. Außerdem eine Strandbar und eine nette Bucht mit Liegen.
Hier sind jede Menge Bunker aus unterschiedlichen Bauphasen und die wohl größte ehemalige U-Boot-Bunker Basis des Landes. In teilen der Tunnel ist die Bar, einen anderen Teil kann man erforschen. Eigentlich ist der ganze vordere Bereich des Kapi untertunnelt – spannend! Neu ist ein provisorisch angelegter Campingplatz, also ein paar Jungs, die 100 Lek für die Nacht verlangen und mehr Mülltonnen, die sogar regelmäßig entleert werden. Leider sind die vielen Wespen immer noch da, ein großes Minus für den schönen Ort. Nach einer ruhigen Nacht und einem Spaziergang an die Spitze des Kapi zum Fort, mit Abkühlung im Meer geht die Reise weiter. (41.5868029,19.4459901)

Lake Shkodra
Der Platz bietet alles was man vor Antritt oder am Ende des Albanien-Trips braucht. Einen ruhigen Stellplatz, gepflegte Sanitäranlagen, relaxen am See, ein gutes Restaurant mit absolut fairen Preisen, Waschmaschine und Rundumsorglos-Service. Hier kommen die Leute her wenn sie ihr Fahrzeug reparieren lassen wollen – zur Übergangszeit stehen Zelte zur Verfügung. Von hier aus macht man Offroad-Touren ins Valbona- und Vermosh-Tal und nach Teth. https://www.lakeshkodraresort.com
Eigentlich war unser Plan den Koman mit der Fähre zum Shkodra-See zu fahren, wir waren aber nicht sicher was die Höhe durch den Tunnel auf der Strecke betrifft. Hier haben wir den Tipp bekommen. Fahrzeuge bis 3,80m Höhe können den Tunnel passieren. Die Planung für die nächste Balkan-Reise ist schon im Gange, es gibt noch viel zu erkunden https://komanilakeferry.com/en/

Fähre Durres-Ancona
Für die veranschlagten 2h vom Resort zum Hafen sollte man knapp 3h rechnen, der Verkehr in den Städten ist nicht zu unterschätzen. Am Hafen ist man sehr schnell sobald man Tirana passiert hat. 3h vorher einchecken, 2h vorher geht es an Board, alles zack zack hier, im Vergleich zur Abfahrt in Ancona. Leider haben wir nur noch 40 Euro, essen gehen wollten wir mit den übrigen 6.000 Lek (50 Euro) – auf dem Schiff gibt es keinen Geldautomaten, das Geld darf nicht gewechselt werden und mit Karte kann man nicht bezahlen. Der Magen knurrt und wir geben uns damit ab uns Essen zu teilen. Ein paar nette Schiffsangestellte sind jedoch bereit in einem kleinen Zwischengang „illegal“ die übrigen LEK für 35 Euro zu tauschen – besser als nichts und jeder bekommt ein Abendessen. Die 4-Mann-Kabine ist in Ordnung, in der Nacht wird es etwas stickig, trotzdem finden wir beim konstanten Motorengeräusch genügend Schlaf. Pünktlich um 9.00 Uhr erreichen wir den Hafen in Ancona. Etwas warten beim Abfertigen und um 10.00 Uhr sind wir auf der Autobahn in Richtung München. Wir freuen uns auch zu Hause, die großen Betten, den Garten, Familie, Freunde, auf Muck und die Fische.

Danke
Unsere relativ langen Ferienreisen wären nicht möglich ohne die Unterstützung im Büro von Tati und Katja, die fleißig die Stellung gehalten haben. Meine Eltern, die sich um Muck gekümmert haben, der auf der Hütte einen wundervollen Urlaub verbringen durfte. Malgrozata, die sich um das Haus und Aquarium gekümmert hat. Danke auch an Wolfgang, der für Maggy die tollen neuen Seitenmotive spendiert hat und an Patrick, der zusammen mit Mike dafür sorgt dass Maggy uns das 3. Jahr ohne Panne viele Kilometer sicher durch die Länder fährt. Danke Mike, dass wir mit unserem größeren Wassertank ein bisschen länger duschen konnten und für all die Zeit, die Du mit schmieren, verbessern und reparieren verbracht hast. Merci an alle Freunde, die uns hilfreiche Tipps gegeben haben, auch an die, denen wir während der Reise begegnet sind, oft nur kurze aber unvergessliche Begegnungen mit intensivem Erfahrungsaustausch. Respekt auch an Sophia und Fiona, die ohne murren auch heikle Situationen meistern, geduldig bei Hitze und holprigen Pisten ihre Stellung halten und sehr anpassungsfähig sind. Danke an das ganze Maggy-Team für die gemeinsame Reise und die schönen Erlebnisse.

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Navigation/Hilfsmittel/Orientierung

Goole Maps, Google Earth, Maps me
App’s: park4night, Campercontact, tripadvisor

Landkararten: Griechenland, Albanien

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