Griechenland & Balkan 2018

 

Wir stehen kurz vor der Abreise und haben eigentlich keine Ahnung wo wir landen.

Mit einigen Tipps in der Tasche und voll Vorfreude auf schöne Strände, köstliche Spezialitäten und entspannte Tage tauschen wir die deutsche gegen die südländische Hitze und entfliehen dem Alltag. Das Einzige was wir wissen ist, dass es am Donnerstag Nachmittag, 9.8. losgehen muss damit wir am 11. um 16.00 Uhr die Fähre nach Patras erwischen.

Griechenland-News & Reiseplanung – keinen schönen Nachrichten:
Die Waldbrände in Griechenland 2018 betrafen vom 23. Juli 2018 an drei Gebiete am Griechischen Festland etwa 25 Kilometer östlich und 30 Kilometer westlich von Athen. Bis zum 30. Juli 2018 wurden 92 Menschen tot aufgefunden und 187 wurden verletzt. Weitere 24 Menschen werden noch vermisst. Insgesamt wurden Buschwerk, Waldgebiete und Wohnsiedlungen von etwa 32 Quadratkilometern zerstört. Man geht von Brandstiftung aus. (Quelle: wikipedia)

Eine Katastrophe wie diese lässt einen erst einmal nicht an Urlaub denken. Die armen Menschen waren in die Enge getrieben, viele haben sich ins Meer gerettet, auf der Flucht vor den Flammen waren die Straßen völlig überfüllt. Familien sind im PKW oder im eigenen Haus verbrannt. Wir bleiben auf dem Laufenden und werden unsere Reiseroute entsprechend flexibel planen, hoffen auf keine weiteren Katastrophen und auf einen entspannten Urlaub ohne weitere, schlechte Nachrichten.

Start
9.8.2018 um 16.30 Uhr Abfahrt in München, vollgepackt geht es über die A8 in Richtung Ancona. Wir schaffen es bis nach Bozen, dann sind wir platt und parken für die Nacht an einem Tankstellen-Rastplatz. Zur rechten Zeit, wenige Minuten später fängt es an orkanartig zu stürmen. Die Nacht wird ruhelos und heiß. Es geht weiter bis Ancona, bei 40°C zieht sich die Etappe wie Kaugummi in die Länge. Nach Rimini ist klar, es ist nicht mehr weit. In der Shopping-Mall werden die Lebensmittelreserven aufgestockt, Wasser, Gin&Tonic, Lemonsoda, Parmaschinken und andere Leckereien. Am Hafen von Ancona gibt es genügend Stellplätze, direkt gegenüber vom 5-eckigen historischen Lazarett. Für eine Nacht genau das Richtige. Am nächsten Tag gibt es noch einen Stadtbummel und gutes italienisches Essen.

 

Ancona – Patras
11.8. um 14.00 Uhr – auf geht’s zum Fährhafen, vorher haben wir eingecheckt und folgen einfach allen Anderen. Die Aufregung und Ungewissheit was wie funktioniert wird sofort genommen. Zahlreiche Einweiser zeigen einem den Weg und die richtige Spur bevor es auf die Fähre geht. Um 16.30 sollte das Boarding sein, zwei Stunden später geht es erst an Board. Bis alles verladen ist kommen wir um 19.00 Uhr in Fahrt – aber wie sind ja im Urlaub, von Zeitdruck keine Spur. Wir lesen, relaxen und genießen das Nichtstun. Mike ist mit LKW-talk beschäftigt und hat schon eine neue Frontscheibe von einem LKW-Rentner und EX Stock-Car-Europameister angeboten bekommen.

Es geht an Deck und wir haben wieder einmal Glück, die Aussicht ist super, wir stehen am Rand und genießen unverstellten Meerblick.  Unsere Maggy ist das einzige Offroad-Mobil an Board und wird neugierig beäugt. Die Meisten Reisenden schlafen auf den Decks und richten ihre Schlaflager in Nischen, auf den Gängen und Stühlen her, es sieht wild aus und wir sind froh dass wir unsere eigene kleine fahrende Kabine dabei haben.

Fazit: Die Fährfahrt für uns vier mit 8 m langer Maggy hat 620 Euro gekostet. Es wirkt chaotisch ist aber am Ende wohl organisiert und logistisch ausgeklügelt. Die Einweiser und das Personal sind sehr nett und geduldig. Trotz Verspätung sind wir flott nach Griechenland gedüst und entspannt hier angekommen. Selbst das Essen im Restaurant war, trotz leicht erhöhter Preise, gut. Kochen an Board ist während der Fahrt nicht erlaubt.

Strand
14.8. Einfach nur Relaxen und nichts tun – in einen Urlaubsalltag am perfekten Strand eintauchen – davon träumen wir seit ein paar Wochen. Im Dunklen wollten wir nach drei Stunden Fahrt ab Patras über den faszinierenden Kanal von Korinth, keine unbekannte Piste mehr bestreiten und haben am Waldrand übernachtet. Der zweite Tag am Traumstrand verläuft auch ohne besondere Vorkommnisse, ein paar Feuerquallen, Angelversuche vom SUP aus und nette Nachbarn. Danke für den Tipp Patrick und ja, wir sagen es nicht weiter! Wir werden hier geduldet aber man spürt dass es auch unter den Griechen ein Geheimtipp ist. Unser Wunsch hat sich erfüllt. Einfach aufs Meer schauen, schnorcheln in glasklarem Wasser, nichts tun, von den Felsen springen, SUP paddeln, genießen und erholen. Wir bleiben so lange bis das Wasser, Wein und Lemonsoda ausgehen und die Speisekammer leer ist.

Kultur
16.8. Auf zum Orakel von Delphi oder Pistentour ins Parnass-Gebirge.
Es ist ja immer gar nicht so weit und doch kommt man nicht so richtig voran. Schon letztes Jahr in Frankreich und Spanien waren wir immer zum nächsten Ziel um die 5 Stunden unterwegs. Wenn wir nur 30 km zu bewältigen hatten lag ein ausgiebiger Shopping-Stopp dazwischen oder wie dieses Mal haben wir einfach nicht damit gerechnet dass die schöne Küstenstraße doch etwas unwegsam ist – aber schön ist es immer, nur eben etwas heiß und man freut sich dann doch nach 1,5 h ruckeln wieder auf eine geteerte Straße. Dieser Küstenabschnitt ist von verlassenen Hotels mit 80er Charm und eine Menge Badegästen auf einem schmalen Kiesstrand bestückt. Wir sind froh dass wir den Paradies-Tipp hatten. Es geht auf ca. 900 m Höhe ins Parnass-Gebirge, das griechische Skigebiet mit kühlem Wind und dem netten Ort Arachova der uns mit einem kühlenden Regenguss empfängt. In Delphi geht es zum Campingplatz Apollon, wir müssen Wasser auffüllen, mal wieder richtig duschen und freuen uns auf ein lecker Souflaki und Gyros im Restaurant. Hier ist nicht viel los, kein Problem mitten in der Saison einen Stellplatz zu bekommen. Apollon Camping

 

Advertisements